DAS ANDERE ENDE DER LEINE! – Patricia B. McConnell
(oder: Was um alles in der Welt willst du mir eigentlich sagen!?)

Da ist Witz im Buch, Liebe, Leidenschaft! Man kann ganz einfach nicht anders als weiter lesen wenn man einmal angefangen hat! Ich habe teilweise Stellen mehrmals gelesen, einfach weil es so interessant und toll geschrieben ist.

Patricia McConnell greift in ihrem Buch ein unglaublich wichtiges Thema auf – die Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Wenn ihr glaubt es ist schwer mit eurem Partner, Kind, mit Eltern oder Freunden zu kommunizieren, dann lehnt euch mal kurz zurück, atmet tief durch & denkt mal drüber nach, wie schwer denn dann die Kommunikation zwischen Individuen unterschiedlicher Arten sein kann bzw. ist.
Hunde & Menschen „unterhalten“ sich zu großen Teilen auf komplett verschiedenen Ebenen. Menschen reden viel (wenn nicht sogar viel zu viel), Menschen hampeln ständig rum, Menschen gestikulieren nahezu pausenlos und auch unsere Mimik haben wir eigentlich ziemlich selten im Griff. Zumindest wenn es darum geht effizient mit unseren Hunden zu kommunizieren.
Das was unsere Hunde sehen und hören wenn wir mit ihnen reden (und dabei tatsächlich der Meinung sind, wir würden uns klar und deutlich ausdrücken), ist ein einziges Kauderwelsch an Informationen. Und das ist eine der Kernaussagen dieses großartigen Buches – wir Menschen müssen lernen, wie wir mit unseren Hunden so reden können, dass sie uns verstehen. Wir sind das andere Ende der Leine. Unsere Hunde wollen machen was wir ihnen sagen, sie wollen mit uns reden, mit uns arbeiten, uns gefallen und uns Minute für Minute eine Freude machen. Ein Problem entsteht dann, wenn wir nicht in der Lage sind oder uns nicht bewusst darüber sind, dass sie gar keine Möglichkeit haben das zu machen worum wir sie bitten.
Ein super Beispiel in dem Buch – stellt auch mal vor den Spiegel und hebt eure Augenbraue hoch oder verzieht den Mundwinkel – wie viel müsst ihr von eurer Mimik ändern, damit sich euer Gesichtsausdruck verändert?! Nicht viel! Richtig! Und unsere Hunde sehen das & versuchen es zu deuten, auch wenn wir gar nicht bewusst etwas mitteilen wollten. Das kann für Verwirrungen sorgen, mal für kleine harmlose oder aber auch für große, die im schlechtesten Fall Folgen haben können.
Aber nicht nur Mimik ist wichtig, auch die Menge an Worten die wir unseren Hunden an den Kopf werfen. „Weniger ist mehr“ ist hier ganz klar die Device, nicht zu vergessen dabei ist die klare Linie in Bezug auf die Worte die wir gebrauchen. Auch wenn es für ein und die selbe Sache zig verschiedene Worte gibt, tut eurem Hund den Gefallen und beschränkt auch auf eins. Er wird es euch danken!
Und einen dritten Punkt möchte ich mit euch teilen – eure Lautstärke und das Wiederholen von Lauten. Auch das hat einen großen Einfluss darauf, was euer Hund aus dem zieht was ihr sagt. Zum Beispiel wird er entsprechend ruhiger oder aufgeregter werden. Bei Hunden ist Ruhe und Bestimmtheit die bessere Wahl um zu erreichen was ihr möchtet (bei Primaten im Gegensatz laut und viel).

In diesem großartigen Buch geht es aber noch um so viel mehr – ihr lernt etwas über den Geruchssinn des Hundes, über die sensible Phase bei Hunden und wichtige Punkte in der Sozialisierung, über die Gefahr bestimmte Verhaltensweisen fehlzuinterpretieren (wie etwa Dominanz & Aggression) und auch über die Persönlichkeit bei Hunden.
Jedes einzelne Kapitel ist unglaublich spannend und macht Lust auf mehr!
Nun, ich hoffe ich habe euch neugierig gemacht – denn dieses Buch ist ein must-read! Viel Spaß beim Lesen!

Coming soon! …